Wenn eine Verhandlung seit Monaten feststeckt
Eine Verhandlung, die seit Monaten feststeckt, hängt selten an dem, worüber gesprochen wird. Sind Zahlen und Argumente mehrfach ausgetauscht, trägt den Stillstand meist das, was man nicht ausgesprochen hat – manchmal nicht einmal sich selbst gegenüber. Rechtliches, Steuerliches und Verfahrensfragen sind Sache Ihres Anwalts und Ihres Steuerberaters, eine Mediation gegebenenfalls Sache eines Mediators; prüfen können nur Sie den Abstand zwischen dem, was Sie fordern, dem, was Sie wirklich wollen, und dem, was Sie auf keinen Fall verlieren wollen.
Kurz gesagt
- Hält ein Stillstand seit Monaten an, obwohl kein Gutachten, keine Bewertung und keine Unterschrift mehr fehlt, ist er selten technisch: Das Hindernis liegt dann meist außerhalb der Zahl.
- Jede Position hat drei Schichten – die Forderung, ihre Gründe und das Ungesagte, das sich in Zahlen und Klauseln festsetzt.
- Zuständig für Recht, Steuern und Verfahren sind Anwalt und Steuerberater, für eine Mediation gegebenenfalls ein Mediator, und zwar vor allen anderen.
- Den eigenen Teil kann Ihnen niemand abnehmen: was Sie wirklich wollen, was Sie nicht verlieren wollen und was Sie tun, wenn es keine Einigung gibt.
- Ein vertraulicher Blick von außen ergibt Sinn, wenn die Fachleute ihre Arbeit getan haben und das, was offen bleibt, Ihre eigene Frage ist: was Sie wollen und was Sie nicht verlieren wollen.
In diesem Beitrag
- Warum fährt sich eine Verhandlung fest?
- Vier Tische, derselbe Stillstand
- Was verrät ein Stillstand, der andauert?
- Was gefordert und was verschwiegen wird
- Was wollen Sie wirklich, und was wollen Sie nicht verlieren?
- Wofür ist der Anwalt zuständig, wofür der Mediator?
- Ein Blick von außen
- Bevor Sie sich wieder an den Tisch setzen
- Häufige Fragen
Warum fährt sich eine Verhandlung fest?
Kaum eine Verhandlung bleibt auf einen Schlag stecken. Sie fährt sich durch Wiederholung fest: Jede Runde gleicht der vorigen ein wenig mehr, dieselben Argumente kehren in anderen Worten zurück, und eines Tages merken Sie, dass Sie das Protokoll der nächsten Sitzung schon vorher schreiben könnten. Spätestens dann dreht sich das Gespräch nicht mehr um die Sache, sondern um sich selbst.
Eine oft wiederholte Position verändert ihren Charakter. Beim ersten Mal war Ihre Zahl ein Vorschlag; beim zehnten Mal ist sie ein Stück von Ihnen geworden. Sie haben sie vor der Familie vertreten, vor dem Beirat, vielleicht vor Ihrem langjährigen Prokuristen – sich jetzt zu bewegen hieße nicht mehr, bei einem Betrag nachzugeben, sondern vor all diesen Menschen zurückzurudern. Je mehr Menschen eine Position kennen, desto schwerer lässt sie sich anfassen.
Hinzu kommt die Zeit, die schon hineingeflossen ist. Je länger eine Verhandlung dauert, desto mehr muss die Einigung am Ende all die Monate rechtfertigen, die sie gekostet hat. Heute anzunehmen, was schon zu Beginn auf dem Tisch lag, fühlt sich an wie das Eingeständnis, dass diese ganze Zeit umsonst war. Weil das so schwer zu ertragen ist, macht man lieber weiter, und der Stillstand nährt sich aus seiner eigenen Dauer.
Bei Verhandlungen unter Gesellschaftern, in der Familie oder bei einer Trennung kommt etwas hinzu, das in keinem Dokument steht: Solange verhandelt wird, besteht die Beziehung in gewisser Weise fort. Es gibt Telefonate, Termine, Entwürfe, die hin- und hergehen. Eine Einigung beendet all das. Wenn Sie für dieses Ende noch nicht bereit sind, ist jede Runde ohne Ergebnis auch eine Art, sich nicht zu verabschieden.
Vier Tische, derselbe Stillstand
Das zeigt sich in sehr unterschiedlichen Konstellationen, und jede belastet den Tisch auf ihre Weise.
Beim Unternehmensverkauf
Der Kaufpreis ist seit Langem im Grundsatz besprochen, und doch verschiebt sich die Unterzeichnung von Klausel zu Klausel: die Zahlungsmodalitäten, wie lange der Verkäufer noch im Unternehmen bleiben soll, was aus dem Namen wird und aus den Mitarbeitern, die seit Jahrzehnten dabei sind. Gerade im Mittelstand, wo der Firmenname oft der Familienname ist, geht es dabei um mehr als um Konditionen. Für den, der verkauft, geht es oft darum, nicht mehr der zu sein, der er in diesem Haus war – und herauszufinden, wer er am Tag danach ist.
Unter Gesellschaftern
Das Ausscheiden eines Gesellschafters, die Bewertung der Anteile, die Höhe der Abfindung. In jeder Zahl steckt eine Geschichte: wer mehr Jahre gearbeitet hat, wer den Auftrag hereingeholt hat, der alles veränderte, wer Geld nachgeschossen hat, als es schlecht lief. Eine Bewertung anzunehmen heißt, eine Lesart dieser Geschichte anzunehmen. Deshalb kann eine kleine Differenz beim Preis einen großen Stillstand tragen.
In der Familie
Die Auseinandersetzung einer Erbengemeinschaft, das Familienunternehmen unter Geschwistern, das Elternhaus, das niemand verkaufen will und niemand halten kann. Hier wiegen Dinge schwerer als ihr Wert: eine Uhr, ein Bild, das Haus am See, in dem man die Sommer verbracht hat. Dazu kehren die alten Rollen zurück: wer sich um die Eltern gekümmert hat, wer weit weggezogen ist, wer immer recht hatte. Verhandelt wird über ein Vermögen; verteidigt wird oft eine Version der Familiengeschichte.
Bei einer Trennung
Wenn sich ein Paar trennt und ein Unternehmen, Immobilien oder Beteiligungen im Spiel sind, trägt jede Klausel die Geschichte der Ehe mit. Manchmal ist die Verhandlung der letzte Ort, an dem diese Beziehung noch besteht, und zu unterschreiben heißt, sie auch auf dem Papier zu beenden. Gibt es Kinder, fällt jede Entscheidung zudem vor ihren Augen, auch wenn sie nicht im Raum sind.
Die vier Tische sind verschieden, und die Fachleute, die an ihnen tätig werden, ebenso. Der Stillstand aber hat fast immer dieselbe Form: ein Streit über einen konkreten Gegenstand, der seit Monaten etwas mitschleppt, das dieser Gegenstand nicht entscheiden kann.
Was verrät ein Stillstand, der andauert?
Ein Stillstand von einigen Wochen kann technisch sein: Es fehlt ein Gutachten, eine Bewertung, eine Unterschrift. Ein Stillstand von vielen Monaten, in denen alles angefordert wurde, was anzufordern war, ist es fast nie. Ab diesem Punkt ist schon die Dauer aufschlussreich und verdient dieselbe Aufmerksamkeit wie der letzte Entwurf.
Manchmal zeigt sie, dass das Mandat unklar ist. Sie wissen, was Sie fordern, aber nicht, ab welchem Punkt Sie unterschreiben würden – oder Sie wussten es und haben es mehrmals geändert. Ihr Anwalt arbeitet mit Weisungen, die sich ständig verschieben, und am Tisch spiegelt sich dieses Hin und Her.
In anderen Fällen zeigt sie, dass niemand genau beschrieben hat, was ohne Einigung geschieht. Ohne diese Beschreibung wird jeder Vorschlag an einem Bild im Kopf gemessen: am vollständigen Sieg vor Gericht oder, im Gegenteil, an der Katastrophe. Kein wirklicher Vorschlag hält dem Vergleich mit einem solchen Bild stand.
Sie kann auch zeigen, dass Sie nicht nur für sich selbst verhandeln: ein Ehepartner, der mitredet, Kinder, die warten, Miterben, denen Sie Rechenschaft schulden, ein Beirat, eine Bank. Sie verhandeln auch vor ihnen, und vielleicht haben Sie ihnen nicht gesagt, wie es wirklich steht. Dieses ausstehende Gespräch lastet auf dem anderen.
Und manchmal zeigt sie etwas Unbequemeres: dass der Stillstand Sie auch schützt. Solange es keine Einigung gibt, ist nichts endgültig verloren. Das Unternehmen gehört noch Ihnen, das Haus ist noch in der Familie, die Trennung ist auf dem Papier nicht abgeschlossen. Es gibt Zeichen, die das verraten: Erleichterung, wenn ein Termin verschoben wird; Vorschläge, die Sie abgelehnt haben und zu Beginn angenommen hätten; neue Bedingungen, die Ihnen genau dann einfallen, wenn die Einigung näher rückt; die Unmöglichkeit, laut zu sagen, bei welcher Zahl Sie unterschreiben würden. Nichts davon ist ein Vorwurf. Es sagt etwas darüber aus, was die Einigung für Sie bedeutet.
Bleibt ein letzter Fall. Ist es die dritte Verhandlung, die an derselben Stelle stehen bleibt, mit anderen Menschen und aus anderen Gründen, dann verschiebt sich die Frage. Es geht nicht mehr darum, was an diesem Tisch geschieht, sondern darum, was sich in der Form wiederholt, sobald eine Einigung kurz vor dem Abschluss steht. Davon handelt unsere Notiz Wenn sich ein Muster wiederholt.
Was gefordert und was verschwiegen wird
In jeder Verhandlung gibt es mindestens drei Schichten. Die Position ist das, was gefordert wird: eine Zahl, eine Klausel, eine Frist. Darunter liegen die Gründe: Sicherheit, Kontrolle, die Zukunft der Kinder, der Wunsch, nie wieder von jemandem abhängig zu sein. Und unter den Gründen liegt das Ungesagte – weil es kleinlich wirken würde, weil es zu viel preisgäbe oder weil man es selbst noch nie in Worte gefasst hat.
Das Ungesagte ist meist sehr menschlich. Dass die Jahre der Arbeit anerkannt werden. Die Angst vor dem Tag danach, wenn es nichts mehr zu verhandeln und nichts mehr zu führen gibt. Die Scham, zu verkaufen, was der Vater aufgebaut hat, oder derjenige zu sein, der die Familie nicht zusammenhalten konnte. Die Loyalität gegenüber jemandem, der nicht mehr da ist. Eine alte Rechnung, die nie beglichen wurde. Der Wunsch, dieses eine Mal nicht derjenige zu sein, der vor allen nachgibt.
Nichts davon verschwindet, weil man es nicht benennt. Es wandert in das, worüber gesprochen wird: Ein Preis enthält eine Kränkung, eine Nebenklausel wird zur Frage der Würde, ein Aufschub verdeckt eine Angst. Deshalb dauern Verhandlungen, bei denen es scheinbar nur ums Geld geht, so lange. Das Geld trägt etwas, das keine Zahl aus der Welt schaffen kann.
Es gibt einen einfachen Hinweis, um das Verschwiegene zu finden: das Missverhältnis. Achten Sie darauf, an welcher Stelle Sie eine Energie aufwenden, die ihrem Gewicht nicht entspricht – jenes Detail, das Ihr Anwalt für nebensächlich hält und das Sie nicht loslässt. Fast immer liegt dort etwas, das auf keiner Tagesordnung steht.
Es zu benennen verpflichtet Sie zu nichts. Aber zu wissen, was man eigentlich verteidigt, verändert den Blick auf jeden Vorschlag, und manchmal zeigt es, dass ein Teil dessen, was man fordert, an diesem Tisch gar nicht verhandelt wird.
Was wollen Sie wirklich, und was wollen Sie nicht verlieren?
Das sind zwei verschiedene Fragen, und man sollte sie nicht vermischen. Die erste blickt nach vorn: Wie soll Ihre Lage aussehen, wenn all das vorbei ist? Die zweite blickt zurück: Was an dem, was Sie haben oder erlebt haben, wollen Sie nicht loslassen? Viele Blockaden entstehen, weil man die erste Frage mit der zweiten beantwortet.
Für die erste Frage versuchen Sie, in einem einzigen Satz und ohne jede Zahl aufzuschreiben, was Sie wollen. „Ich will das Unternehmen in Hände geben, denen es etwas bedeutet.“ „Ich will nicht, dass meine Kinder diesen Streit erben.“ „Ich will erhobenen Hauptes gehen.“ Dann legen Sie diesen Satz neben die Position, die Sie seit Monaten verteidigen. Mitunter dient die Position dem Satz nicht mehr, sondern entfernt Sie sogar von ihm: ein höherer Preis, der den Ausstieg verzögert, den Sie sich wünschen; eine Klausel, die eine Verbindung verlängert, die Sie eigentlich beenden möchten.
Für die zweite schreiben Sie konkret auf, was Sie nicht verlieren wollen, und ordnen es in drei Gruppen. In die erste gehört, was tatsächlich auf dem Tisch liegt und was Sie nicht hergeben können. In die zweite, was ebenfalls auf dem Tisch liegt und sich verlieren ließe, auch wenn es schmerzt – dort liegt der eigentliche Verhandlungsspielraum. In die dritte, was nicht auf dem Tisch liegt und dort weder zu gewinnen noch zu verlieren ist: die Achtung Ihrer Kinder, das Bild, das Sie von sich selbst haben, das Urteil, das die Familie in einigen Jahren fällen wird, die Vergangenheit. Wer am Verhandlungstisch verteidigt, was in die dritte Gruppe gehört, bringt die Verhandlung zum Stehen, denn er verlangt von ihr, was keine Verhandlung geben kann.
Bleibt eine dritte, praktischere Frage: Was tun Sie, wenn es keine Einigung gibt? Nicht die Antwort, die Ihnen gefiele, sondern die, die Ihr Anwalt Ihnen beschreibt, mit Dauer, Kosten und Unsicherheit. Wer weiß, dass er ohne diese Einigung leben kann, sitzt oft ruhiger am Tisch und kann mit seinem Anwalt klären, ab welchem Punkt er unterschreiben würde.
Und eine letzte, die sich kaum jemand stellt: Malen Sie sich den Tag nach der Unterschrift aus. Was Sie an diesem Morgen tun, was Sie nicht mehr tun müssen, was Ihnen fehlen wird. Ist das Erste, was sich zeigt, Erleichterung, liegt die Blockade vermutlich in den Bedingungen. Zeigt sich eine Leere, liegt ein Teil der Blockade dort, und keine Zahl wird ihn bewegen.
Wofür ist der Anwalt zuständig, wofür der Mediator?
Alles, was Recht, Zahlen oder Verfahren betrifft, ist Sache der Fachleute, und sie müssen vor allen anderen tätig werden, auch vor uns. Ihr Anwalt beurteilt Ihre rechtliche Lage, Risiko und Kosten eines Prozesses, was sich unterschreiben lässt und wie. Ihr Steuerberater rechnet aus, was jedes Szenario für Sie tatsächlich bedeutet, denn derselbe Betrag kann je nach Gestaltung sehr unterschiedlich ausfallen. Bei einer Erbengemeinschaft oder bei Immobilien hat zudem der Notar seine eigene Rolle, und was etwa beim Pflichtteil gilt, erläutern Ihnen Anwalt oder Notar.
Eines können nur Sie Ihrem Anwalt geben: ein klares Mandat. Er vertritt die Position, die Sie ihm vorgeben. Geben Sie ihm nur eine Zahl vor, vertritt er eine Zahl. Geht es Ihnen in Wahrheit um etwas anderes – den Zeitpunkt, den Firmennamen, die Zukunft eines bestimmten Mitarbeiters, darum, nicht im selben Raum sitzen zu müssen –, dann sagen Sie es ihm, auch wenn es Ihnen nicht juristisch erscheint. Ein Anwalt, der weiß, was Sie wirklich wollen, hat mehr Spielraum als einer, der nur Ihre letzte Zahl kennt.
Vier konkrete Fragen sollten Sie ihm stellen:
- was realistischerweise geschieht, wenn es keine Einigung gibt, mit Dauer, Kosten und Unsicherheit;
- was Sie jeder Monat des Stillstands kostet, an Honoraren, an Wert, an Steuern oder an entgangenen Gelegenheiten;
- welcher Teil Ihrer Position eine rechtliche Grundlage hat und welcher nur Ihr Wunsch ist;
- was Sie in der Zwischenzeit besser nicht tun und nicht sagen sollten.
Ein Mediator ist eine neutrale Fachperson, die ein Gespräch ordnet, das von allein nicht mehr vorankommt. Er entscheidet nicht, urteilt nicht und ersetzt Ihren Anwalt nicht: Ihr Anwalt bleibt, und die Entscheidung bleibt bei Ihnen. Eine Mediation ist in der Regel freiwillig und vertraulich, und es gibt Mediatoren, die sich auf Familienkonflikte, Erbauseinandersetzungen oder Wirtschaftskonflikte spezialisiert haben.
Sinnvoll ist sie vor allem in zwei Fällen: wenn die Positionen schriftlich vorliegen, die Anwälte ihre Arbeit getan haben und das Gespräch sich im Kreis dreht; und wenn die Beziehung nach der Einigung weitergehen muss, zwischen Gesellschaftern, die sich weiter begegnen, Geschwistern, die ein Unternehmen teilen, oder Eltern, die Eltern bleiben. Ob sie in Ihrem Fall infrage kommt und wie sie abläuft, sagt Ihnen Ihr Anwalt. Wo genau die Grenze zwischen der Arbeit Ihrer Fachleute und unserer verläuft, beschreibt die Notiz Wo der Anwalt aufhört.
Ein Blick von außen
Rund um eine lange Verhandlung hat fast jeder einen Platz am Tisch oder ein Interesse am Ergebnis. Ihr Anwalt handelt nach Ihren Vorgaben. Der Mediator, wenn es einen gibt, ist der Neutralität und dem Verfahren verpflichtet. Die Familie ist Partei oder trägt die Folgen. Gesellschafter und Mitarbeiter hängen von dem ab, was unterschrieben wird. Die Frage, die vielleicht am schwersten wiegt, gehört zu niemandes Aufgaben: was Sie wirklich wollen und was Sie nicht verlieren wollen.
Ein vertraulicher Blick von außen hat dort seinen Platz, vor allem in drei Situationen: wenn die Fachleute ihren Teil getan haben und das, was offen bleibt, keine Rechts- oder Verfahrensfrage mehr ist, sondern Ihre eigene; wenn die Entscheidung – unterschreiben, abwarten oder aufstehen – auf dem Papier klar ist und trotzdem nicht fällt; oder wenn Sie in dieser Verhandlung einen Punkt wiedererkennen, an dem schon frühere stehen geblieben sind.
Davor gehört das Feld Ihrem Anwalt. Solange seine Einschätzung fehlt, oder wenn nächste Woche ein Notartermin ansteht oder eine Frist abläuft, ist er zuständig, und genau das würden wir Ihnen sagen, wenn Sie uns schrieben. Warum, erklärt die Notiz Eile ist ein Zeichen.
Was in einem solchen Gespräch betrachtet wird, ist Ihre Lage: seit wann die Verhandlung steht, was sich kurz davor verändert hat, was die Einigung für Sie bedeuten würde, was Sie eigentlich verteidigen. Die Entscheidung, zu unterschreiben, abzuwarten oder sich zurückzuziehen, bleibt Ihre. Unsere Arbeit begleitet sie, parallel zu der Ihrer Anwälte.
Der erste Kontakt ist ein Gespräch über WhatsApp oder am Telefon, auf Deutsch mit Tony Alcalá, und die Antwort erhalten Sie noch im selben Gespräch: ob wir glauben, etwas beitragen zu können, oder nicht, und warum. Lautet sie Ja, ist vor Beginn festgelegt, was wir tun, über welchen Zeitraum und zu welchem festen Betrag; Einzelheiten unter was geschieht, bevor wir einen Fall annehmen.
In einer Verhandlung ist Diskretion kein Detail. Eine vertrauliche Bemerkung, die die Runde macht, verändert die Lage dessen, der sie gemacht hat, und in einer Familie oder einer kleinen Branche macht alles irgendwann die Runde. Was Sie uns erzählen, erfahren zwei Menschen und sonst niemand, ohne Akte und ohne Kartei mit Ihrem Namen; wie das im Einzelnen aussieht, steht unter wer von Ihrem Fall erfährt.
Bevor Sie sich wieder an den Tisch setzen
Vor dem nächsten Termin können Sie eine Stunde auf ein einziges Blatt verwenden. Nicht, um Argumente vorzubereiten, sondern um zu wissen, von wo aus Sie sprechen. Fünf Zeilen genügen:
- was ich fordere, so wie ich es am Tisch fordern würde;
- was ich will, in einem Satz und ohne Zahlen;
- was ich nicht verlieren will, und ob es wirklich auf dem Tisch liegt;
- was ich tue, wenn es keine Einigung gibt, so wie mein Anwalt es mir beschrieben hat;
- was ich meinem Anwalt noch nicht gesagt habe.
Die fünfte Zeile kann überraschen: Beim Schreiben stellt man mitunter fest, dass der Anwalt seit Monaten eine Position vertritt, der wesentliche Informationen fehlen. Die erste, vierte und fünfte Zeile sind für ihn. Die zweite und dritte sind vor allem für Sie.
Mit diesem Blatt vor Augen bleiben drei Entscheidungen, und alle drei sind legitim: weitermachen, mit einem überarbeiteten und klareren Mandat; innehalten, mit einem Datum, das Sie sich selbst setzen, um die Lage neu zu betrachten; oder den Tisch verlassen, im Wissen darum, was das nach Auskunft Ihres Anwalts bedeutet. Keine davon ist eine Niederlage. Was zermürbt, ist eine vierte Möglichkeit, die niemand wählt und die sich von selbst durchsetzt: weitermachen, ohne zu entscheiden.
Zwei Vorsichtsmaßnahmen noch. Treffen Sie keine Entscheidung am Abend nach einem angespannten Termin; lassen Sie mindestens einen Tag vergehen, denn was im Affekt entschieden wird, hält selten. Und halten Sie den Kreis derer klein, vor denen Sie sich auf eine Zahl festlegen: Eine Position, die vielen angekündigt wurde, wird starr, auch die, die man zu Hause ankündigt.
Wenn Sie den Drang verspüren, schnell abzuschließen, fragen Sie sich, ob dieser Zeitplan wirklich Ihrer ist. Darum geht es in der dritten unserer drei Fragen vor der Entscheidung, und die Antwort gehört aufs Papier.
Häufige Fragen
Was tun, wenn eine Verhandlung festgefahren ist?
Klären Sie zuerst mit Ihrem Anwalt, ob der Stillstand technisch ist, etwa weil ein Gutachten oder eine Bewertung fehlt. Ist er es nicht, hören Sie auf, nach dem entscheidenden Argument zu suchen, und prüfen Sie Ihre eigene Position: was Sie fordern, was Sie wirklich wollen, was Sie nicht verlieren wollen und was Sie ohne Einigung tun, Letzteres von Ihrem Anwalt mit Dauer und Kosten beschrieben. Auf dieser Grundlage können Weitermachen, Innehalten oder Aufhören zu einer bewussten Wahl werden, statt einfach zu geschehen.
Woran merke ich, dass ich selbst die Verhandlung blockiere?
Einige Zeichen verdienen einen ehrlichen Blick: Erleichterung, wenn ein Termin verschoben wird; Vorschläge, die Sie abgelehnt haben, obwohl Sie sie zu Beginn angenommen hätten; neue Bedingungen, die Ihnen einfallen, sobald die Einigung näher rückt; die Schwierigkeit zu sagen, bei welcher Zahl Sie unterschreiben würden. Nichts davon ist ein Vorwurf. Meist zeigt es, dass die Einigung für Sie mehr bedeutet als ihre Bedingungen, oft das Ende eines Lebensabschnitts, und dieser Teil verdient eine ruhige Prüfung.
Wann ist eine Mediation sinnvoll?
Meist dann, wenn die Positionen schriftlich vorliegen, die Anwälte ihre Arbeit getan haben und das Gespräch sich im Kreis dreht, und außerdem, wenn die Beziehung nach der Einigung weitergehen muss, etwa unter Gesellschaftern, Geschwistern oder getrennten Eltern. Der Mediator ist neutral, entscheidet nicht und ersetzt Ihren Anwalt nicht: Beides behalten Sie, den Anwalt und die Entscheidung. Ob eine Mediation in Ihrem Fall möglich und passend ist und wie sie abläuft, sagt Ihnen Ihr Anwalt.
Sollte ich eine festgefahrene Verhandlung abbrechen?
Manchmal ja, und ein Abbruch ist eine ebenso legitime Entscheidung wie eine Unterschrift. Treffen Sie sie aber in Kenntnis dessen, was Ihr Anwalt Ihnen über die Folgen sagt, mit Dauer, Kosten und Unsicherheit, und nie am Abend nach einem angespannten Termin. Fragen Sie sich auch, was Sie eigentlich ermüdet: die Verhandlung selbst oder das, was die Einigung für Sie bedeuten würde. Ist es das Zweite, kann der Abbruch nur eine andere Form sein, dieselbe Frage zu vertagen.
Mit wem kann ich außer dem Anwalt über eine schwierige Verhandlung sprechen?
Mit jemandem, der weder einen Platz am Tisch noch ein Interesse am Ergebnis hat und der schweigen kann. Ihr Anwalt handelt nach Ihren Vorgaben, die Familie ist oft Partei, und Gesellschafter hängen von dem ab, was unterschrieben wird. Wenn die Fachleute ihren Teil getan haben und das, was offen bleibt, Ihre eigene Frage ist, können Sie vertraulich mit uns sprechen: Wir hören zu, prüfen, ob wir etwas beitragen können, und antworten mit Ja oder Nein, samt Begründung. Bei einem Ja steht der Betrag vor Beginn fest.
Wenn Ihre Situation es erfordert, stellen Sie sie vor.
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